Aelggi Open 2009


Kategorie: Archiv
Erstellt von: tinu am 8.09. 2009

Freitag, 4. September

Nachdem Tom und Stöffu in Bern eingesammelt wurden, fahren wir via Thun - Interlaken - Brünig nach Sachseln wo wir um 12:16 mit Oli am Bahnhof von Ewil Maxon verabredet sind, um diesen mit auf das letzte Teilstück auf die Aelggialp zu nehmen. Dank Google maps wissen wir, wo sich dieser Bahnhof befindet, aber wie fährt man da hin. Auch stellt sich noch die Frage, wie der Name des Bahnhofs entstand: Ewil ist ein Weiler, welcher zu Sachseln gehört. Soviel konnte auf der Karte gerade noch erkannt werden. Aber was ist Maxon. Als wir in Sachseln (oder eben in Ewil) ankommen, werden wir schnell etwas schlauer. Es stehen mehrere grosse Hallen in der Umgebung und an den Wänden ist in grossen Lettern "maxon motor - driven by precision" zu lesen. Gut, wir sind also in der Nähe. Vielleicht sollte ich mir auch so einen Motor einpflanzen lassen (mindestens für das Precision Open müsste dies doch helfen). Nach Rückfrage bei Arbeiterinnen der Firma erfahren wir, dass man zum Bahnhof nicht hinfahren kann. So ist das Empfangskomitee für Oli zu Fuss unterwegs. Da keiner von uns weiss, was maxon motor produziert wurden Nachforschungen angestellt. Resultat: maxon motor gilt als führender Hersteller hochpräziser Antriebe und Systeme. Unter anderem sind die beiden Mars Rover "Spirit" und "Opportunity" durch je 39 Mikromotoren der Firma angetrieben. So, nun aber wieder zurück zum ursprünglichen Thema. Nachdem wir Oli abgeholt haben, fahren wir noch die restlichen 13 Kilometer und über 1000 Höhenmeter hinauf auf die Aelggialp, dem geografischen Mittelpunkt der Schweiz. Bei dieser Fahrt kann alsbald nachvollzogen werden, wieso der oberste Teil nur abwechselnd im Einbahnverkehr befahren werden darf: die Strasse ist sehr schmal, sehr steil, hat kaum Ausweichmöglichkeiten und ist zudem noch in einem ziemlich schlechten Zustand.  Aber nach einer knappen halben Stunde kommen wir heil oben an. Da wir alle hungrig sind, wollen wir vor dem live Kursstudium noch was warmes in unseren Mägen wissen. Während wir das Essen verzehren, beginnt das Wetter schlechter zu werden. Im 10-Minuten Rhythmus erleben wir bis spät in die Nacht (abwechselnd oder manchmal auch zusammen) Regen, Wind, Windböen, Sonne, Nebel und dunkle Wolken, so dunkel, dass man gar kein Gefühl mehr für die aktuelle Zeit hat. Aber als hartgesottene Discgolfer spielen wir eine komplette Runde. Nachdem wir wieder trockene Kleider haben, verbringen wir den Abend im Berghaus (welches sich durch nicht extrem verkaufswütiges Personal, aber durchaus feine Kaffee Lutz auszeichnet) und diskutieren (wie die discpeople auch) die gespielten Bahnen und die allfälligen erfolgsversprechenden Taktiken für das Wochenende.

Samstag, 5. September

Es ist kurz vor 8 Uhr, ich schaue zum Fenster raus und reibe mir mehrfach die Augen: entweder wurde vom örtlichen Tourismusbüro vergessen, die Wolken an den Himmel zu hängen, oder aber jemand hat unser Fenster unbemerkt über Nacht blau gestrichen. Jedenfalls ist es typisches Postkartenwetter; traumhaft. Dies hat auch Auswirkungen auf das Spiel: so ohne Wind und Regen ist es gleich viel angenehmer und sollte eigentlich auch einfacher sein. Bei mir hat dies aber nichts gebracht. Ich beginne gleich mal mit einer neun. Auch wenns an Bahn 10 ist, gibts noch lange keinen Grund so stark zu beginnen. Schlussendlich beende ich die Startrunde mit einer nicht wirklich zufriedenstellenden 66. Und was haben die anderen Clubmitglieder erwähnenswertes gespielt ?  Da hätten wir mal Jocelyne, welche eine äusserst beachtliche 72 spielt. Dies ist genau die durchschnittliche 4, welche ihr von ihrem Vater Martin als Ziel vorgegeben wurde. Hingegen musste Jocelyne zweimal eine sieben einbauen, um die Runde nicht unter der Vorgabe zu beenden. Benji übernimmt bei den Grandmastern souverän die Führung. Tom tut ihm dies mit einer super 57 beinahe gleich, muss er sich doch nur hinter Fredy von Allmen einreihen.

Nach einer für einige zu kurzen Mittagspause, gings zum zweiten Mal an diesem Samstag auf den Kurs. Nach den Erfahrungen vom Freitag und mittlerweile doch einigen Wolken, nehmen doch einige Spieler den Schirm mit, was sich aber als völlig nutzlos erweisen sollte. Persönlich kann ich mich mit 64 ein klein wenig steigern. Die Zahl als solches könnte ich ja noch akzeptieren, aber die schlechten Scores spiele ich nur an "einfachen" Bahnen und so bin ich einfach nicht zufrieden. Allen Vorgaben zum trotz kehrt Jocelyne mit einer sensationellen 67 ins "Clubhaus" zurück und übernimmt dadurch überraschend, aber auch verdient die Führung bei den Damen. Benji kann seine Führung nicht verteidigen, liegt aber mit einem Wurf Rückstand auf Franco und Paul absolut in Schlagdistanz. Tom kann zwar die 57 nicht ganz wiederholen, aber mit einer immer noch ausgezeichneten 59 katapultiert er sich mit 4 Würfen Vorsprung an die Spitze. Eigentlich sind es sogar 5, denn Fredy holt sich an der letzten Bahn eine Zerrung und wird am Sonntag leider nicht mehr auftauchen (Gute Genesung, Fredy). Mit dem Playersdinner, den "gewohnten" Diskussionen bis weit in die Nacht beenden wir diesen ersten Truniertag.

Sonntag, 6. September

Der Morgen beginnt gleich wie am Samstag mit wolkenlosem Himmel. Nur dass dies heute so bleiben sollte. Die dritte und für mich letzte Runde ergibt noch eine 65. Unter dem Strich entspricht dies halt dem momentanen Zustand meines Spiels, welches ab und zu mal einen Ausrutscher (immerhin in beide Richtungen) aufweist. Jocelyne muss am Sonntag der noch nicht allzu grossen Erfahrung Tribut zollen und fällt noch auf Platz vier zurück. Sie darf aber trotzdem noch eine Finalrunde spielen und hat insgesamt ein tolles Turnier gespielt. Gratulation und weiter so. Bei den Grandmastern kommt Paul immer besser in Fahrt, während Benji und Franco zurückfallen. So gewinnt Paul zum Schluss mit 12 Würfen Vorsprung souverän vor Benji und Franco. Tom hingegen gibt sich keine Blösse und gewinnt mit sensationellen 6 Würfen Abstand vor dem ansonsten beinahe unantastbaren Boris Lazzarotto aus Genf. Die bis dato nicht erwähnten walkies kamen entweder nicht auf Touren (so Stöffu, oder auch Martin Leu), oder aber spielten mehr oder weniger auf ihrem Niveau. Bei den Open, welche in diesem Bericht noch nicht vorkamen, wars das ganze Wochenende sehr spannend, da es auch noch um den Toursieger ging. Aendu Gertsch und Stephan Müller lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen, wie es selten vorkommt. Nach Runde 1: Stephan 2 vor Aendu. Nach Runde 2: Aendu 1 vor. Nach Runde 3: Stephan 1 vor. Nach dem Finale: beide gleichauf (dank eines super Putts von Aendu an der zweitletzten Bahn). Im Stechen gings dann nicht minder spannend zu und her, brauchten die beiden Kontrahenten doch 4 Zusatzbahnen um dann doch noch eine Entscheidung herbeizuführen. Nachdem gemessen wurde, wer zuerst putten muss, konnte Stephan seine Aufgabe nicht erfüllen während Aendu seinen Putt aus 12 (?) Metern kaltblütig (es sah jedenfalls so aus) versenkte und somit Turnier wie auch Swisstour 2009 für sich entscheiden konnte. Herzliche Gratulation nochmals.

Insgesamt wars ein tolles Wochenende in einer wunderschönen Umgebung und wir sind allesamt gespannt, obs nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird. Danke auch nochmals an alle beteiligten Helfer und Organisatoren, welche diesen Anlass überhaupt möglich gemacht haben. Super Job, wir kommen wieder.