Jablines 2009


Kategorie: Archiv
Erstellt von: tinu am 24.09. 2009

Freitag, 11. September

Die Zeit war reif, dass sich auch walkabout mal in Jablines blicken lässt. Der erste Versuch vor ein paar Jahren ist ja bekanntlich wegen Salmonellen gescheitert bzw. haben wir in der Nähe (Bois-le-Roi) gespielt. Als zusätzlicher Anreiz darf nicht verschwiegen werden, dass es zur Zeit einen Direktflug von Belp nach Paris-Orly gibt. Da mussten wir einfach zuschlagen, denn erstens gibts ab Belp nur sehr wenige direkt angeflogende Destinationen und zweitens weiss man auch nie, wie lange diese auch angeboten werden. Leider geht dieser Flug bereits um 6:40, so dass ich von Benji um 6 Uhr (man beachte: 40 Minuten vor Abflug) abgeholt werde und wir kurz vor 8 bereits in Paris landen. Ohne grosse Umwege erreichen wir das Gelände, wo wir das Wochenende verbringen werden. Der Kurs liegt wunderschön zwischen mehreren kleineren und grösseren Seen. Aber - da waren sie wieder, meine 3 Probleme: viele OB's begrenzen die schmalen Fairways, starker Wind und eine Insel, welche erst noch im starken Gegenwind zu spielen ist. Trotzdem spielen wir eine komplette Runde um uns anschliessend auf der Terrasse vor dem Turnierzentrum gemütlich einzurichten und die anderen ankommenden Spieler zu begrüssen und zu beobachten.

Samstag, 12. September

Nach eher knapp bemessenem Zeitguthaben zwischen aufstehen und Tee Offtime machen wir uns daran, dem Kurs zu zeigen, was die Schweizer können. Die Demonstration endet aber unterschiedlich. Während ich mit einer 63, welche ich absolut akzeptieren kann, zurückkehre, startet Benji mit einer wenig zufriedenstellenden 72 ins Rennen. Auch unsere Freunde aus Genf sind nicht alle happy: Stefan Schneider spielt eine super 58 (Gratulation nochmals), Jac Haegler ein 65 (soso lala), Stéphane Robyr mit 71 und Boris Lazzarotto mit 72 kamen aber definitv nicht lachend und tanzend im Clubhaus an. Die weiteren Schweizer waren dann noch Paul Francz mit 62, Iris Beyeler mit 77 und Tony Ferro mit einer guten 55. Die zweite Runde verlief für mich ein wenig schlechter (67), aber in meinen Augen noch kein Unfall. Vor allem kann ich mit den gespielten Scores von 3 und 4 an der Inselbahn meine ansonsten grosse Phobie einigermassen im Zaum halten. Zumal in Runde 2 die Insel meine letzte Bahn ist. Benji kann sich ein wenig steigern (66), aber da ginge noch mehr. Bei den Genfern "normalisiert" sich das Ganze ein wenig. Ausser bei Stefan, welcher sich nach der 58 mit einer 69 auseinandersetzen muss. Auch Jac verändert seinen Score in die falsche Richtung (71). Stéphane (67) und Boris (64) können sich aber deutlich steigern. Die restlichen 3 Schweizer spielen einigermassen konstant die gleichen Scores wie am morgen. Nach einem von den Organisatoren gespendeten Apero gehts via Dusche und Nachtessen über zum gemütlichen Teil, wo in gewohnter Manier das Tagesgeschehen nochmals eingehend diskutiert wird.

Sonntag, 13. September

Da unser Freund Bernd Wender aus Österreich ähnlich wie ich gespielt hat, ist es mir ein grosses Vergnügen, mit ihm auf die 3. Runde zu gehen. Immerhin liegen wir nur 1 (Bernd) bzw. 2 Würfe hinter dem achten und letzten Finalplatz der Masters. Für Bernd bleibts leider dabei. Bei mir ists ein bisschen eine andere Geschichte, aber dazu später mehr. Zuerst zu den anderen: Benji kommt weiterhin nicht wirklich auf Touren und beendet zum Schluss hinter Paul und Alain Gerardin das Turnier auf dem 3. Platz der Grandmaster. Die Genfer: Stefan spielt wieder ein klein wenig besser, kann aber nicht an seine erste Runde anknüpfen und muss sich schliesslich mit dem 11. (aber aus Schweizer Sicht besten) Masterplatz zufrieden geben. Jac (12.), Stéphane (15., aber immerhin noch eine gute 63er-Runde zum Abschluss) und Boris (16.) liegen knapp dahinter. Iris muss ihren bis dato gehaltenen dritten Platz leider noch an Frankreich abtreten und Tony verspielt sich mit einem desolaten Halbfinale noch die Finalteilnahme und wird am Ende 7. Nach 3 Runden waren die Plätze 3 -6 nämlich nur durch 2 Würfe getrennt: Emil Isaksson (S, 166), Robert Buzasy (S, 167), Jan Baess (D, 167) und Tony (168). So spielten Jesper Lundmark (S), Sylvain Gouge (F), Jan Baess und Robert Buzasy das Finale, welches keine gorssen Veränderungen mehr mit sich brachte. Kurz vor Ende des Finals (um 16 Uhr) mussten Benji und ich das Turnier leider vorzeitig verlassen um nicht infolge eines eventuellen Staus den Rückflug zu verpassen. Da es aber keinen Stau gab, waren wir mehr als rechtzeitig am Flughafen und landeten kurz nach 20 Uhr in Bern, so dass ich um 20:40 zu Hause war. Ist schon genial, wenn man ab Belp fliegen kann.

Nun aber noch zur versprochenen anderen Geschichte: Diejenigen, welche die Scores gesehen haben, werden sich (vielleicht natürlich) gefragt haben, wie ich am Sonntag plötzlich eine 85 spielen konnte. Ganz einfach: meine Inselphobie war zurück. Nachdem ich 16 Bahnen mehr oder weniger auf dem Niveau der 2. Runde gespielt habe, kam unsere Gruppe an Bahn 12 an. In der Früh war der Wind einigermassen zurückhaltend gewesen, aber was nützt dies mir, wenn der Wind in alter Frische dann zurück ist, wenn ich an der Inselbahn stehe. Jedenfalls kam mir am Ende Toyota in den Sinn: NICHTS IST UNMÖGLICH. Ich werfe also ab dem Originaltee und liege einen knappen Meter neben der Insel. Ist nicht weiter schlimm, auch die anderen haben alle nicht getroffen. Ab der Dropzone, welche nicht wirklich neben der zwar recht langen, aber schmalen Insel liegt, treffen meine 3 Mitspieler bereits beim ersten Versuch. Ich hingegen stehe eine ganze Weile da und werfe alles mögliche (mal ein Putter, mal ein Driver) in Richtung Insel. Leider nur in Richtung. Entweder erfasst der Wind die Scheiben und trägt sie nach links weg. Wenn man sich dann aber darauf verlässt und wenig von rechts spielen will, ist nur noch ein laues Lüftchen vorhanden, so dass die Scheibe auch rechts bleibt. Aber nichts desto trotz, irgendwann habe auch ich getroffen. Hingegen war es ein Novum, dass ich zuerst alle geworfenen (oder besser gesagt verworfenen) Scheiben einsammeln musste, um erste Hochrechnungen über die zu notierende Anzahl Würfe anstellen zu können. Resultat: 9 Scheiben lagen OB => ergibt bereits 18, die 10. lag neben dem Korb und den 2m-Putt habe ich mit ungewohnter, aber unwiderstehlicher Souveränität und Präzision versenkt. So habe ich hoffentlich zum letzten Mal ein 20 gespielt und so den alten Rekord von Yanick mehr als nur eingestellt. Ich fand es dann aber ein wenig unverschämt, dass sich unser Schreiber weigerte die 9 OB's auch mit den entsprechenden Kreisen auf der Scorekarte zu vermerken.

Ich war aber bei weitem nicht der einzige, bei dem sich an dieser Bahn ein Drama abgespielt hat. In der ersten Runde hat sich Marion van Linden (NL) eine 21 geleistet, sich einerseits den Rekord fürs Wochenende gesichert und andererseits nach einer 98 in der ersten auf eine super 66 in der zweiten Runde verbessert und sich damit die Trophy Gouge mit 32 Würfen Unterschied eingeheimst. Auch Camilla Jernberg (S) spielte in der 2. Runde eine 19. Ins Finale der Damen stieg Erika Lagasse (F) mit 10 Würfen Vorsprung auf Camilla ein, musste sich aber nach diversen Bogeys und einer 10 (ihr habts geahnt) an der Insel doch nocht mit Platz 2 begnügen. Aber dennoch oder besser gerade deshalb war es für mich nicht das letzte Mal, dass ich (und auch andere) in Jablines anzutreffen war.